Digitalfunktest durch Endnutzer

Die allgemeine Nutzung des Digitalfunks rückt näher. Derzeit befindet sich der Netzabschnitt 35 Niederbayern im erweiterten Probebetrieb (ePB) der sich in drei Phasen gliedert.
Es werden in der Phase I Technische Tests und Messungen durchgeführt, für die die PG DigiNet und die Clearingstelle zuständig sind. Während der Phase II gibt es Klinische Tests sowie Massentests. Zuständig dafür sind neben der PG DigiNet und der Clearingstelle hier die BOS mit den entsprechenden Testmanagern und deren Testteams. Eine Testweise operativ-taktische Nutzung des BOS Digitalfunks findet in der nachfolgenden Phase III statt im Zuständigkeitsbereich der BOS mit den Testmanagern und unter breiter Beteiligung der Nutzer.


Insgesamt sollen durch die Endnutzer, also der Polizei (Polizeipräsidium Niederbayern und Bundespolizei) und den nicht polizeilichen (npol.) BOS aus Niederbayern, 32 spezielle Tests in den Phasen II und III durchgeführt werden. Das PP Niederbayern ist dabei für 14 Tests zuständig. Die Bundespolizei eigentlich für zwei, allerdings sind diese wegen Ressourcenknappheit gestrichen. Somit sind durch die npol. BOS noch 16 Tests durchzuführen. Im ILS Bereich Passau sieben, im ILS Bereich Straubing fünf und im Bereich der ILS Landshut vier.

Der erste Test im Bereich der ILS Landshut fand am Samstag, 14.11.2015, bei sonnigem Herbstwetter in Landshut statt. Beteiligt waren dabei die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Landshut (3 HRT), die Wasserwacht Landshut (4 HRT vom THW LA) sowie die beiden Ortsverbände Ergolding und Landshut der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (8 HRT).
Nach der allgemeinen Testeinweisung verteilten sich die Testteilnehmer auf dem Gelände des THW Ortsverbandes Landshut um dann mehrfach den Betriebsartenwechsel TMO zu DMO bzw. DMO zu TMO durchzuführen.
Zweck dieser Tests war es festzustellen, in welchem zeitlichen Rahmen dieser Wechsel von einer Betriebsart zur nächsten erfolgte. Um diesen zu ermitteln, wurde jeweils auf der neu zu nutzenden Rufgruppe eine Zahlenfolge abgespielt. Von den Testteilnehmern musste dann in einem Auswertebogen die zuerst gehörte Zahl notiert werden. Dabei ergaben sich eine Bandbreite von zwei bis zwanzig Sekunden innerhalb die Testteilnehmer die Durchsagen in der neuen Rufgruppe hörten. Bei einem der genutzten HRT war allerdings ein erfolgreicher Wechsel der Betriebsart von TMO zu DMO mehrfach nicht möglich. Es kam zu keinem Verbindungsaufbau. Die Ursache dazu ist derzeit unbekannt und muss noch gefunden werden.
Einige Teilnehmer kritisierten eine nicht optimale Sprachqualität. Grund könnte die Übertragung der Zahlenreihe über PC Lautsprecher und Handmikrofon sein.
 
Trotz der Probleme mit dem einen HRT war der Test erfolgreich. Es zeigte sich aber auch, dass eine umfangreiche Schulung der Endbenutzer unabdingbar ist.

Autor: Michael Saller, Testleiter und Ortsbeauftragter THW OV Landshut